Mr. und Mrs. Händel

Wenn er „Für Elise“ live auf dem Klavier hört, jault Moritz immer ganz laut. Ist eben kein Händel, sondern nur Beethoven. Da kann man sich ruhig mal beschweren. Und als barockaffiner Havaneserrüde hat man ein feines Gespür für sowas, sucht sich seine Arbeit mit Bedacht aus.

Gemeinsam mit seiner Freundin Giny-Bee ist Moritz fester Bestandteil des Teams der Händel-Festspiele Göttingen. Wenn ihr Frauchen Lisa Kraemer von Termin zu Termin rennt, sind sie immer dabei oder sorgen für Entspannung im Büro. Und sind auf dem guten Weg dahin, die neuen Mr. und Mrs. Händel zu werden.

Wenn er “Für Elise” hört, jault Moritz immer ganz laut.

Offiziell ist das zwar noch Ayk, der Hund der ehemaligen stellvertretenden Geschäftsführerin der Händel-Festspiele, Sandra Hinz – der auch als Vorbild für die Mr.-Händel-Figur auf der „Händel4Kids“-Homepage galt. Aber seitdem der mit seinem Frauchen zum Deutschen Theater gewechselt ist, müssen die zwei niedlichen Hunde mit den langen, wuscheligen Haaren – das haben sie mit Ayk und mit Händel gemein – seinen Job übernehmen. „Natürlich mögen die beiden Händel“, sagt Besitzerin Kraemer, schließlich würden sie den ganzen Tag mit Musik beschallt.

„Die beiden sind gut fürs Betriebsklima“, sagt Besitzerin Kraemer, die im künstlerischen Betriebsbüro arbeitet und dort an der Organisation der ganzen Festspiel-Veranstaltungen beteiligt ist. Immer dabei: der sechsjährige Moritz und die zwei Jahre jüngere Giny-Bee, übrigens benannt nach der Figur Ginny Weasley aus Harry Potter. Der Zusatz „Bee“ sei dazu gekommen, weil Giny „immer Hummeln im Arsch hat“, wie Kraemer erklärt.

Mit ihrem Frauchen Lisa Kraemer: Giny-Bee und Moritz (v.l.): Foto: Scheiwe

Die Unruhe überträgt sie aber nicht, sondern sorgt mit ihrem Kumpel Moritz eher für Stressabbau: „Ein Opernsänger hat sich die beiden nach einem anstrengenden Probentag auch mal zum Spazieren ausgeliehen“, erzählt Kraemer amüsiert. Danach sei er gleich viel entspannter gewesen. „Die Leute wissen alle von den Hunden und freuen sich“, sagt sie, so beispielsweise auch Laurence Cummings, der künstlerische Leiter der Festspiele.

Und auch im Festspiel-Büro, wo die Arbeit sich gerade häuft, sorgen die beiden kleinen Hunde für gute Laune. „Moritz ist sehr anhänglich“, erzählt Kraemer, während sie seinen weißen Wuschelkopf krault, „wenn ich gerade weg bin, läuft er in die anderen Büros.“

“Ein Opernsänger hat sich die beiden Hunde nach einem anstrengenden Probentag auch mal zum Spazieren ausgeliehen” – Lisa Kraemer, Besitzerin von Giny-Bee und Moritz

Ansonsten liegt er brav mit Giny in ihrem Körbchen unter Kraemers Schreibtisch. Und auf Termine, bei denen Hunde erlaubt sind, kommen die beiden mit, „aber in der Stadthalle oder ins Deutsche Theater dürfen keine Hunde“, so Kraemer. „Während der Festspiele sind die Arbeitszeiten sehr lang und es herrscht viel Trubel“, sagt Kraemer, dann bringe sie die Hunde irgendwann zu ihren Eltern.

Doch für diejenigen, die Moritz und Giny-Bee während der Festspiele nicht zu sehen bekommen, besteht Trost: Kraemer züchtet auch mit den beiden Havaneserhunden – regelmäßig sind also kleine Baby-Mr.-und-Mrs.-Händels im Anmarsch.